Die Finanzkrise 2009 hat die Welt verändert. Sie hat die Europäische Union in ihre schlimmste Krise seit der Gründung gebracht und eröffnet alte Gräben zwischen den Mitgliedsstaaten erneut. Deutschland ist das wirtschaftsstärkste Land in Europa. Das hat zu Folge, dass Deutschland auch bei den Rettungspaketen den Großteil schultern muss. Dies geschieht jedoch immer nur mit Auflagen. Dabei gibt es immer wieder die selbe Forderung nach einem strikten Sparprogramm.

Die europäischen Länder sind hoch verschuldet und die Bundesregierung hält sie für finanziell nur überlebensfähig, wenn keine neuen Schulden gemacht werden. Diesen Tenor gibt die deutsche Politik auch für das eigene Land vor. So wurde vor zwei Jahren eine feste Schuldenbremse in die Verfassung aufgenommen. Diese verbietet es dem Land in ein paar Jahren noch neue Schulden aufzunehmen. Das langfristige Ziel ist es, den deutschen Schuldenstand von 2100 Milliarden Euro abzubauen und damit zumindest wieder die Kriterien des Maastricht Vertrages, der einen Schuldenhöchstand von 60 % vorsieht, zu erfüllen. Dies ist nur mit einem straffen Sparen möglich.
Der Bundesfinanzminister möchte im Bundeshaushalt 2014 mit nur noch 25 Milliarden Euro Schulden auskommen. Bereits ein Jahr später soll Deutschland erstmals seit mehr als 40 Jahren einen ausgeglichenen Bundeshaushalt vorweisen.
Vor wenigen Tagen wurde ein IWF-Bericht veröffentlicht, der dass deutsche Sparen kritisiert. Hier wurde zwar ausdrücklich die gute Verfassung der deutschen Wirtschaft gelobt, allerdings wurde auch auf die Risiken des Sparen hingewiesen. Deutschland sei ein exportstarkes Land. Daher wird in dem IWF-Bericht befürchtet, dass auch die deutsche Wirtschaft schwächeln könnte, wenn die Exportnachfrage weiter sinkt.
Dafür sei es laut IWF-Bericht nötig es mit dem Sparen nicht zu übertreiben, sondern durch gezielte Investitionen die Binnennachfrage zu stärken um Deutschland so weniger anfällig für Einflüsse von Außen zu machen. Der IWF-Bericht warnt klar davor, dass man es mit dem Sparen nicht übertreiben darf. Sparen sei laut IWF-Bericht dafür verantwortlich, dass die Wirtschaft abgewürgt wird. Der IWF-Bericht lobt Deutschland für seine gute wirtschaftliche Verfassung, die jedoch nicht durch zu hartes Sparen zerstört werden darf.