Seit vielen Monaten nun schon kommt Ägypten einfach nicht zur Ruhe. Die Amtszeit von Mursi und dessen Verhaftung haben es nicht besser gemacht.

Im Gegenteil, nachdem das Militär Ägyptens Präsident Mursi seines Amtes enthoben und ihn verhaftet haben, gerät das Land und in erster Linie in der Hauptstadt Kairo immer weiter in einen Bürgerkrieg. Die Anhänger von Mursi fordern, dass er auf der Stelle wieder freigelassen wird. Doch das wird nicht passieren. So protestieren die Anhänger Nacht für Nacht für „ihren“ Präsidenten Mursi. Zur Zeit eskalieren die Umstände völlig. Es werden Hunderte Menschen getötet. Wenn man Presse aus Ägypten glaubt, sollen es sogar mehrere Tausend Tote gegeben haben. Allerdings sagen viele Medienvertreter, dass die Zahlen wieder nach unten korrigiert werden konnten und dass man nun etwa auf 43 Tote kommt. Erstmals wurden in diesen Tagen auch zwei ausländische Journalisten Opfer der Unruhen. Bei den Toten aus den Demonstrationen und den Camps handelt es sich um Mursi – Anhänger, deren Camps nun gewaltsam mit Tränengas und Gummigeschossen aufgelöst wurden. Der Übergangspräsident Hasim al-Beblawi war mit dieser Lösung und der Entwicklung sehr zufrieden.

Doch der gesamte westliche Bereich und sogar die USA fordern nun endlich ein Ende der Kämpfe und das wahllose Töten von Demonstranten in Ägypten. Eine Einigung ist allerdings scheinbar noch lange nicht in Sicht, da die Mursi Anhänger weiterhin an ihrem Präsidenten festhalten. Und die Opferzahlen steigen täglich weiter an. Nun herrscht nicht nur der Ausnahmezustand, sondern die Übergangsregierung hat ebenfalls ein nächtliches Ausgehsperre für Kairo und 10 kleinere Regionen oder Provinzen verhängt. Welches aber nur die wenigsten beachten. Das gilt es nun genau zu beobachten, wie sich die Lage nun verändert. Ob sie sich überhaupt verändert. Oder ob die Kämpfe nun trotzdem weiter geführt werden. Das Ausland wird die Szenen, die sich Mursi Anhänger und das Militär in Ägypten verhalten, genau beobachten. Inzwischen wurde aus Sicherheitsgründen bereits die Zugverbindung nach und aus Kairo lahmgelegt, was dadurch aber Auswirkungen auf das komplette Land hatte.

So fordern die USA nun Schritte, die helfen, wieder Frieden ins Land zu bringen. Der deutsche Außenminister Guido Westerwelle rät den deutschen Urlaubern in Ägypten, genau auf die Nachrichten und Warnungen zu achten. Und gibt weitere Verhaltenstipps, so dass man es zum Beispiel unterlassen sollte, sich in eine große Menschenmenge zu begeben.