Air Berlin, die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft, vermeldet weiter Verlust und schreibt rote Zahlen. Das Ziel von Air Berlin ist jedoch für das laufende Jahr wieder schwarze Zahlen zu schreiben, doch dies klingt nach einer sehr euphorischen Vision. Denn nicht nur der Umsatz sank im zweiten Quartal um 1,1 Milliarden Euro, auch das Eigenkapital liegt mit 116 Millionen Euro im Minusbereich. Zwar hatte Air Berlin im Jahr zuvor fast ein Minus von 100 Millionen Euro, während im zweiten Quartal der Verlust nur noch knapp 38 Millionen Euro beträgt, doch die Sanierung der Fluggesellschaft kränkt weiterhin, wie der Vorstandschef Wolfgang Prock-Schauer verlauten lässt. Air Berlin versucht mit einem harten Sanierungskurs den roten Zahlen entgegenzutreten und das Unternehmen zu kurieren. Das Sparprogramm „Turbine“ fordert von den Mitarbeiter, auf Teile ihres Gehalts zu verzichten und streicht zudem jede zehnte Arbeitsstelle bis Ende 2014. Das bedeutet, dass 900 Mitarbeiter der rund 9300 Airline-Angestellten um ihren Job zittern müssen. Aber auch innerhalb der Flotte soll es Einschränkungen geben. Das reduzierte Flugangebot soll mit einer Schrumpfung der Flotte von 158 auf 142 Flugzeuge einhergehen. Die Hauptregionen Deutschland, Österreich und die Schweiz sollen aber, laut Air Berlin, gestärkt und ausgebaut werden. Das Unternehmen kriselt seit Jahren durch übereilte Expansionen des ehemaligen Vorstandes, unter der Leitung von Joachim Hunold, und erholt sich nur schwer. Durch den harten Konkurrenzkampf in der Flugbranche ist Air Berlin, direkter Konkurrenz der Fluggesellschaft Lufthansa, welche einer der größten weltweit handelnden Unternehmen in der Luftbranche ist, gezwungen sein Sanierungsprogramm weiter zu verfolgen. Mittels einer Finanzspritze der nationalen Fluggesellschaft der Arabrischen Emiraten Etihad, welche eine strategische Partnerschaft mit Air Berlin einging, konnte Air Berlin den umsatzschwachen Winter überstehen. Air Berlin hofft durch das Sparprogramm langfristig wettbewerbsfähig zu werden und sich somit aus der prekären Finanzsituation zu befreien.