Der Bundesnachrichtendienst hat seinen Hauptsitz in Pullach und ist in Deutschland für die Auslandsaufklärung zuständig. 1946 wurde die Organisation Gehlen gegründet, welche die Spione aus der Sowjetunion ausfindig machen sollten. 1953 wurde die Organisation in den Bundesnachrichtendienst umbenannt. Im Laufe der Jahre änderten sich immer wieder die Aufgabenbereiche. Im Kalten Krieg standen sich zwei Lager gegenüber, welche sehr gern über die Aktivitäten der anderen Seite informiert sein wollten. Manchmal gab es Pannen und es kamen geheime Operationen ans Tageslicht, welche der Bundesnachrichtendienst nicht in der Öffentlichkeit sehen wollte.

Mit der weltweiten Vernetzung der Computer brach auch für den Bundesnachrichtendienst eine neue Ära an. Jetzt konnte das weltweite Netz angezapft werden, um auf diesem Weg an Informationen zu kommen. Der Bundesnachrichtendienst ist nach wie vor an deutsche Gesetze gebunden, welche allerdings nicht für ausländische Geheimdienste gelten. Besonders nach dem 11. September 2001 weitete die CIA ihre Bespitzelung der Bevölkerung in fast allen Ländern auf der Erde enorm aus. Auch mit dem Bundesnachrichtendienst wurde intensiv zusammengearbeitet und Informationen ausgetauscht. Das große Ziel ist, Spione oder Terroristen ausfindig zu machen und Wirtschaftsstraftaten sowie Anschläge zu verhindern.

2011 wurde in Deutschland ein russisches Agenten-Paar verhaftet, welches über 20 Jahre unbemerkt tätig war. Der Geheimtipp an den Bundesnachrichtendienst kam aus den USA, denn die deutschen Behörden hatten bis dahin keine Ahnung von der Spionagetätigkeit.

2013 brachte Edward Snowden die Bespitzelung durch den amerikanischen Nachrichtendienst ans Tageslicht. Als ehemaliger Mitarbeiter hatte er Zugang zu brisanten Informationen und einiges wurde auch auf mehreren Disketten gesichert. Früher stocherte die CIA im trüben Wasser herum und hoffte auf ein Ergebnis, heute wird der gesamte See geleert und die Informationen abgefischt. Trotz aller Empörung auf der Welt ist kaum zu erwarten, dass die Geheimdienste auf diese technische Quelle verzichten werden. Inwieweit der Bundesnachrichtendienst involviert ist, wird Gegenstand weiterer Untersuchungen sein. Richtig ist allerdings, dass hochrangige Politiker nicht über jede Operation informiert werden. Geht eine Sache schief, so fallen Köpfe aus der dritten und vierten Reihe. Das Ziel ist, der Bevölkerung einen Sündenbock zu präsentieren, welcher außerhalb der Gesetze und auf eigene Faust tätig war.