In der ganzen Affäre um Edward Snowden gab es schon einige neue Drehungen, Wendungen und Erkenntnisse. Nun ist die Frage aufgetaucht inwiefern der BND von den Tätigkeiten der NSA wusste, und ob es sich beim Prism der amerikanischen Behörde um das gleiche Programm handelt wie es auch die Bundeswehr in Afghanistan einsetzt.

Erst vor kurzer Zeit hatten die Bundesregierung und der BND noch offiziell verkündet, dass es verschiedene, unterschiedliche Prism-Programme gäbe. Diese hätten auch nichts miteinander zu tun. Das Programm der Bundeswehr wurde zur Überwachung von Terrorverdächtigen in Afghanistan eingesetzt, bei dem anderen Exemplar handelt es sich um die Variante des NSA, dessen Datenspionage von Snowden aufgedeckt wurde. Allerdings widerspricht diese Darstellung doch schon sehr den neuen Medienberichten.Die Medien berichten, dass zuverlässige Quellen aus den USA bestätigt haben, dass beide Programme, sowohl das von den “Deutschen“, als auch das von den “Amerikanern” genutzte Spähpogramm, dieselben geheimen Datenbanken des US-Geheimdienstes nutzen. Das in Afghanistan betriebene Prism bedient sich dabei aus den NSA-Datenbänken “Mainway” und “Marina”. In diesen Datenbanken werden zum einen die Verbindungsdaten von Telefonaten gespeichert und zum anderen die Internet-Verbindungsdaten archiviert.
Laut den Medien wurden diese Datenbanken sogar benutzt, um abgefangene bzw. abgehörte Daten deutscher Staatsbürger zu speichern.Des Weiteren wurde die NSA sogar für ihre Arbeit “gelobt” und zwar vom Verfassungsschutz-Chef Hans-Georg Maaßen und auch von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich. Sie erwähnten, dass durch Informationen der US-Behörde insgesamt sieben Anschläge in Deutschland vereitelt werden konnten. Allerdings waren sich Maaßen und Friedrich dabei nicht wirklich einig, denn Friedrich sprach von fünf vereitelten Anschlägen. Sein Sprecher meinte später sogar, dass die Zahl auch noch geringer sein könnte.Wie dem auch sei, die Bundeswehr soll schon seit 2011 von der Existenz von Prism gewusst haben. Laut den Medien sollen die nötigen Informationen schon zum damaligen Zeitpunkt vorgelegen haben. Die Bild-Zeitung verweist bei dieser Behauptung sogar auf einen vertraulichen Bericht der Nato. Laut diesem Bericht wäre bereits am 1. September 2011 im gemeinsamen Nato-Hauptquartier in Kabul ein Befehl eingegangen, der die Regionalkommandos anwies bei zukünftigen Spionageaktionen die Datenbanken des US-Geheimdienstes zu nutzen.
Angeblich wäre das auch vom Bundesnachrichtendienst getan worden.
Laut Bundesverteidigungsministerium liegen derzeit aber keine Informationen vor, die diese Behauptungen bestätigen würden.