Vor vielen Jahren, als PCs – damals noch die Abkürzung für Personal Computer – relativ plötzlich relativ preiswert wurden, warb man unter Anderem mit dem Slogan “Das papierlose Büro”. Die Vision: weil alle Dokumente irgendwann einmal in elektronischer Form existieren würden, und weil jeder dann einen PC hätte, bräuchte man kein Papier mehr.

Zur Erinnerung: es war die Zeit, in der Blaupausen, Telefaxe und Fernschreiben das Bürobild beherrschten. Und die Konstruktionsbüros waren vollgepflastert mit riesigen Zeichenbrettern.Und heute? Der Papierverbrauch hat sich seitdem keineswegs verringert – im Gegenteil. Das Papierlose Büro gibt es nicht. Warum? Was ist falsch gelaufen? Oder war das nur ein dreister Werbespruch?

Nun, es gibt mehrere Gründe, warum alles anders kam.
In den Büros wird gedruckt und kopiert, was die (Hochleistungs-) Maschinen hergeben. Oft ohne vorherige Überlegung, ob das überhaupt nötig ist. Aus reiner Gewohnheit. Oder weil mache Zeitgenossen meinen, vom Chef anhand der Menge des “produzierten” Papiers beurteilt zu werden.
Das Ganze dann meistens einseitig, weil doppelseitig druckende Maschinen etwas teurer sind, oder weil es etwas mehr Aufwand bedeutet, an konventionellen Druckern doppelseitig zu drucken (die Meisten bieten diese Möglichkeit).
Das papierlose Büro ist Illusion. Aktenordner und Aktenschränke sind „der Renner“ geworden. Irgendwohin müssen die zahlreichen Kopien und Ausdrucke ja. Auch wenn sie niemand mehr liest. Entsprechend billig ist Druckerpapier: eine Seite kostet weniger als einen halben Cent. Da überlegt man nicht, ob man die Seite wirklich ausdrucken muss, da hat das papierlose Büro keine Chance. Apropos: es gibt nicht wenige, die eine E-Mail grundsätzlich zuerst ausdrucken – um sie dann zu lesen. Auch wenn nur ein Satz da steht. Diese “Eigenart” konnte wohl niemand voraussehen…

Die meisten Ausdrucke werden übrigens nur 1x gelesen! Oder sogar gar nicht.

Also: an der mangelhaften Technik liegt es nicht, dass sich das – wohl ehrlich und gut gemeinte – Versprechen vom papierlosen Büro nicht durchgesetzt hat. Es liegt vielmehr an der Trägheit und Gedankenlosigkeit der Menschen – und natürlich am niedrigen Papierpreis.

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