Foto © Ildar Sagdejev

Jeder kennt dieses Phänomen, die Gänsehaut, ob man nun einen atemberaubenden Film sieht, Angst hat oder einfach nur friert, jedes Mal sendet das Gehirn den selben Auftrag an unsere Haut und der Mensch bekommt eine Gänsehaut.

Schon immer waren Wissenschaftler bei der Forschung, auf der Suche nach dem Grund, dieser Reaktion und schon immer gab es Vermutungen und Theorien, zu diesem Thema. Der Physiker und Mediziner Christian Kaernbach, möchte dieser Frage genauer auf den Grund gehen.

Christian Kaernbach ist zurzeit Leiter der allgemeinen Psychologie und beschäftigt sich mit der allgemeinen Forschung im Bezug auf die Gänsehaut.

Im Jahre 2003 startet Kaernbach in Graz mit einem einzigartigen Forschungsprojekt, in dem er weitgehende Fragen zum Thema Gänsehaut klären möchte. Später führt er die Forschung in Kiel fort. Mit Hilfe von Aufzeichnungen, einer speziell entwickelten Gänsehautkamera, möchte er in seiner Forschung neue Erkenntnisse und Ergebnisse sammeln. Mit der Goosecam, so wird die Kamera genannt, wird ein dreidimensionales Bild der Gänsehaut sichtbar, durch die Intensität und Struktur sichtbar werden. Fragen wie, Ursachen, Struktur und Dauer der Gänsehaut sollen somit geklärt werden. Auch die Frage, ob eine Kältegänsehaut eine andere Struktur hat als eine Gefühlsgänsehaut, wird in der umfangreichen Forschung aufgegriffen.

Doch warum bekommen wir nun eine Gänsehaut?

Bei der Kälte- und Angstgänsehaut lässt sich das leicht an Tieren zurückverfolgen. Das Bekommen einer Gänsehaut ist eigentlich nichts anderes als das Aufstellen des Fells bei Tieren. Durch das Aufstellen der einzelnen Härchen, beispielsweise bei einem Wolf wird das Fell dichter und hält die Wärme besser im Körper. Außerdem lassen das Aufstellen des Nacken- und Rückenfells, das Tier größer und stärker erscheinen.

Ein anderes Thema ist die Ursache der Gänsehaut bei emotionalen Situationen, da sich dies nicht zurückführen lässt und eigentlich keinen Grund zu haben scheint.Diese Frage ist auch ein Thema der Forschung von Christian Kaernbach.

Und vielleicht wird es auch gar nicht mehr lange dauern, bis auch diese Frage mit Hilfe der Forschung gelöst wird.