Neue Studien der Bundesagentur für Arbeit zeigen, dass die Anzahl der Zweitjobs zum Ende des Jahres 2012 angestiegen ist, wie noch nie zuvor. Und zwar hatte jeder zehnte Arbeitnehmer einen Nebenjob als Zweitjob, um das Einkommen aufzustocken.

Als Zweitjob ist ein Minijob gemeint, mit dem man steuer- und sozialversicherungsfrei bis zu 450 Euro im Monat verdienen kann. Solche Jobs sind eigentlich eher für Schüler und Schülerinnen und Studenten und Studentinnen üblich, um das Studium zu finanzieren oder das Taschengeld aufzubessern. Oft befinden sich diese Zweitjobs in der Gastronomie, im Einzelhandel oder von privat aus.

Doch wieso fangen nun auch sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer einen Minijonb als Zweitjob an? Ein möglicher Grund könnte sein, dass die Gehälter der ersten Jobs nicht ausreichen um Familien zu versorgen oder um die Konsumlust zu stillen. Somit muss das Haupteinkommen mit einem Zweitjob aufgebessert werden. Wissenschaftliche Studien gibt es dazu aber nicht.
Es kann aber gesagt werden, dass mehr Frauen als Männer von diesen Zweitjobs betroffen sind. Das könnte an den vorhandenen Lohnunterschiede zwischen Frau und Mann liegen.

Politiker sind sich über die Beweggründe uneinig. Die Linke-Fraktion sieht den Anstieg der Zweitjobber als deutliches Warnsymbol an, da es zeigen würde, dass der reguläre Lohn nicht mehr Existenzsicherheit gewährleiste.
Die Grüne-Fraktion hingegen gehe davon aus, dass es sich um einen normalen Zusatzverdienst handle.
Eine Sprecherin des Bundesarbeitsminesteriums sehe aber keine Gründe für eine Erhebung des Themas. Da auch keine wissenschaftliche Untersuchungen vorhanden sind, könne auch nicht von finanziellen Problemen die Rede sein.
Diese Aussage stößt auf Empörung, da sich die meisten Deutschen nicht vorstellen können, dass eine Mutter oder ein Vater lieber bis spät in die Nacht arbeiten geht, anstatt die Zeit mit der Familie zu genießen.