Marie Curie, Physikerin, Entdeckerin, Nobelpreisträgerin und erste Professorin an der Sorbonne. Sie prägte den Begriff „radioaktiv“ für die Strahlung von Uranverbindungen und gemeinsam mit ihrem Ehemann Pierre Curie entdeckte sie die chemischen Elemente Polonium und Radium. Sie erlangte in der Naturwissenschaft als erste Frau internationales Ansehen und mit den Ergebnissen ihrer Forschungsarbeiten legte sie eine der Grundlagen für die moderne Kernphysik.

Eine einzigartige und vielleicht auch größte Frau ihrer Zeit

Am 07. November 1867 wurde Marya Salomea Sklodowska, als jüngstes von vier Kindern des Lehrerehepaares Sklodowska,in Warschau geboren.

Schon in jungen Jahren zeigte sich das Marya ein sehr intelligentes, aufgewecktes und wissbegieriges Kind war. Mit vier lass sie wohl das erste Mal und bereits mit neun Jahren zeigte sie Interesse an den physikalischen Apparaturen ihres Vaters.
Mit 16 Jahren schloss sie 1883 ihre schulische Ausbildung mit Auszeichnung ab. Da Frauen in Polen zu dieser Zeit der Besuch einer Universität nicht erlaubt war, blieb ihr der Zugang zu einem Studium versagt.

Aus gesundheitlichen Gründen verbrachte Marya ein Jahr auf dem Land bei Familienangehörigen, wo sie unter anderem reiten lernte und ihre Liebe zur Natur entdeckte. In der Natur würde sie auch in den nächsten Jahrzehnten ihre Ruhe suchen und finden.

Schließlich kehrte sie 1884 nach Warschau zurück, wo sie unter anderem Nachhilfeunterricht gab und an den Lesungen der illegalen „Freien Universität„ teil nahm.

In den Jahren 1885 bis 1891 arbeitete Marya Sklodowska als Erzieherin und Gouvernante. Sie ermöglichte ihrer Schwester Broni so ein Studium der Medizin in Frankreich. Zu der damaligen Zeit war Frankreich eines der wenigen Länder in denen auch Frauen an Universitäten studieren konnten.

Endlich im Jahr 1891 folgt Marya ihrer Schwester nach Paris um dort zu studieren. In der Mathematisch-Physikalischen Fakultät trägt Marie, wie sie sich nun nennt, sich als erste Frau, in den Fächern Physik und Mathematik ein.
Ihre Abschlussprüfung in Physik legte Marie 1893 ab und wurde erste. Als Zweitbeste bestand sie Mathematik.Nach den erfolgreichen Prüfungen wird sie Doktorandin bei dem Physiker Antoine Henri Becquerele.

Zu Beginn des Jahres 1894 lernt sie Pierre Curie kennen und heiratet ihn 1895.

Inspiriert durch die von Becquerels 1895 entdeckte Strahlung von Uransalzen, erforschte Marie gemeinsam mit ihrem Ehemann Pierre die Strahlung chemischer Elemente und entdeckte 1896 die neuen Elemente Polonium und Radium.
Marie und Pierre Curie begannen 1897 mit Untersuchungen zum Nachweis, dass andere Materialien ebenfalls die Eigenschaften von Uran haben. Gleichzeitig mit dem Physiker Schmidt entdeckten sie die Strahlungseigenschaften von Thoriumverbindungen, die den Uranstrahlungen ähnlich sind. Es schien so dass diese von dem Element Thorium ausgingen, genauso wie bei den Uranverbindungen. Marie nannte die Elemente die strahlen „radioaktiv“ und die Eigenschaft der Elemente „Radioaktivität“.

Damals waren die gesundheitlichen Schädigungen durch die Strahlung noch unbekannt und so wurden auch keinerlei Vorsichtsmaßnahmen bei der Untersuchung des strahlenden Materials getroffen. Dadurch zeigten sich bei Marie Curie bereits die ersten Anzeichen von Strahlenschäden. Im gleichen Jahr bringt Marie Curie ihre erste Tochter zur Welt, Iréne. Iréne erhielt 1935 gemeinsam mit ihrem Ehemann Frédéric Joliot-Curie den Nobelpreis für Chemie.

Im Juli und Dezember 1898 veröffentlichen Marie und Pierre Curie ihre Forschungsergebnisse und im Jahr 1899 beginnen sie mit der Trennung von Pechblende, um die Elemente Polonium und Radium zu extrahieren. Marie Curie führte dabei den Trennungsprozess durch, während ihr Ehemann Pierre die physikalischen Grundlagen erforschte.

Um 1900 nahm Marie eine Lehrertätigkeit an der École normale supérieure de jeunes filles an und führte dort die Methode der experimentellen Demonstration ein. Im Juni 1903 promoviert sie an der Sorbonne in Physik.
Ihre Dissertation trug den Titel „Forschung über radioaktive Stoffe“. diese veröffentlichte sie im Jahr 1904 und bekam im gleichen Jahr ihre zweite Tochter Éve.

1906 traf sie ein schwerer Schicksalsschlag. Am 19. April kam ihr Ehemann Pierre Curie ums Leben, als er von einem Pferdewagen überfahren wurde. Daraufhin führte Marie Curie die Vorlesungen ihres Ehemannes an der Universität weiter und war damit die erste Frau die an der Sorbonne lehrte.
Zur ordentlichen Professorin wurde sie im Jahr 1908 ernannt und 1911 erhielt sie den Nobelpreis für Chemie.
Marie Curie wurde 1914 Leiterin des Radium-Institus an der Sorbonne.

Während des ersten Weltkrieg entwickelt sie 1918 gemeinsam mit ihrer Tochter Iréne eine mobile Röntgenstation, mit der die Verwundeten direkt vor Ort untersuch werden konnten. Einen dieser Wagen steuerte sie selbst an der Front.
Ihre Forschungstätigkeit am Radium-Institut nahm sie nach dem Krieg wieder auf, und unter ihrer Führung wurde das Institut bald zu einem Zentrum für Nuklearphysik.

Weltweit hielt Marie Curie Lesungen und im Jahr 1921 bereiste sie, gemeinsam mit ihren beiden Töchtern, die Vereinigten Staaten von Amerika.

Mitglied der Akademie für Medizin in Paris wurde Marie Curie 1922.
Zehn Jahre später im Jahr 1932 übergab sie ihrer Tochter Iréne Joliot-Curie die Leitung des Radium-Instituts.

Am 4.Juli 1934 starb Marie Curie in Sancellemoz an Leukämie, die eine Folge ihres langjährigen Kontaktes mit stark strahlenden radioaktiven Materialien war.