Das Stadtschloss in Berlin Mitte wurde zwischen 1443 und 1451 im Auftrag Friedrichs II., des damaligen Kurfürsten der Mark Brandenburg, erbaut. Doch erst 1701, mit der Krönung Friedrichs I. zum preußischen König wurde das Schloss zum Zentrum der Stadt. Es ist seither Stammsitz der Königsfamilie und seit 1871 Regierungssitz der deutschen Kaiser. Noch zurzeit Friedrichs I. baute Andreas Schlüter das Schloss zu einer eindrucksvollen Barockresidenz um. Die Innenräume wurden im Verlauf der Zeit mehrfach verändert, die Außenarchitektur blieb unangetastet.

Im Zweiten Weltkrieg wurde der Bau stark beschädigt. Die DDR-Regierung lehnte den Wiederaufbau des Stadtschlosses ab. Im September 1950 gab Walter Ulbricht den Befehl zur Sprengung der noch bestehenden Außenmauern. Zwischen 1973 und 1976 ließ Erich Honecker auf dem ehemaligen Schlossplatz den Palast der Republik, eines der Vorzeigeprojekte der DDR, errichten.
Nach der Wiedervereinigung wurde über den Abriss des Palastes der Republik und seit 1991 gleichfalls über den Wiederaufbau des Stadtschlosses diskutiert. 1992 schloss sich der Förderverein Berliner Schloss e.V. zusammen. Dieser leitete 1993 eine Schloss-Simulation auf gemalter Plane in die Wege. Im Sommer 2002 beschloss der Bundestag den Wiederaufbau des Schlosses. Erst 2006 fiel die Entscheidung über den Abriss des Palastes der Republik.
Der fertiggestellte Neubau soll auf annähernd 40.000 Quadratmetern das „Humboldtforum“ beherbergen: einen Begegnungsraum für den künstlerischen, kulturellen und wissenschaftlichen Austausch. Als Chefarchitekt wurde im Dezember 2008 der Italiener Franco Stella verpflichtet. Er arbeitet mit den deutschen Büros „Hilmer, Sattler und Albrecht“ und „Gerkan, Marg und Partner“ zusammen. Die Entwürfe setzen auf die Verbindung von Alt und Neu. Sie sehen die Rekonstruktion der Nord-, West- und Südfassade sowie der Kuppel vor. Auf der Ostseite soll dagegen eine offene Loggia entstehen.
Der Bundestag hatte zunächst 552 Millionen Euro Kosten für den Wiederaufbau veranschlagt. Inzwischen wurde die Summe auf 590 Millionen korrigiert, nach Schätzungen der Presse könnten die Kosten jedoch bis auf 900 Millionen steigen. Namentlich die Fassadenrekonstruktion soll durch Privatspenden gedeckt werden. Verantwortlich ist der Förderverein Berliner Schloss. Über die Höhe der bislang eingegangenen Spenden existieren unterschiedliche Angaben. Der Förderverein spricht derzeit von etwa 27 Millionen, die Presse dagegen von lediglich 10,4 Millionen. Inzwischen setzt sich die Bundesregierung dafür ein, fehlende Mittel durch Gelder aus öffentlicher Hand auszugleichen.
Der Baubeginn wurde zunächst auf 2014 verschoben, dann allerdings begann man schon im Sommer 2012. Die Grundsteinlegung erfolgte am 12. Juni 2013 durch den Bundespräsidenten Joachim Gauck. Aller Voraussicht nach ist das Schloss 2018 bezugsfertig. Das Humboldtforum soll 2019 eröffnet werden.